Camerobot

02-Mar-2020 19:38 by 2 Comments

Camerobot

Während ihrer mehr als 60-jährigen Geschichte hat Deutschlands älteste Nachrichtensendung mehrmals ihr Erscheinungsbild gewechselt.Seit Ostersamstag 2014 jedoch wird die Tagesschau wie ihre Schwestersendungen Tagesthemen und Nachtmagazin aus einem völlig neu gestalteten ARD-Studio in Hamburg ausgestrahlt: Zu Beginn der Kamerafahrt im Vorspann sind die beiden dreiarmigen Sprecherpulte zu sehen, ebenso die 18 Meter breite Medienwand und das an Schiffsplanken erinnernde Moderatorenpodest mit seiner beleuchteten Kante. Unsichtbar bleiben die hundert Scheinwerfer an der Decke, die Bodenkameras und natürlich die drei an der Decke hängenden Kameraroboter.

Pro Jahr werden über 2000 Versuche bei e-ketten® und Leitungen und über 5000 Versuche bei Gleitlagern durchgeführt.Beim langen Verfahrweg kommt eine Sonderlösung zum Tragen.Sie verhindert ein hörbares Ablegen des Obertrums auf dem Untertrum.Die Deckenhöhe beträgt 7 Meter, wobei die drei Roboter auf 3,50 Meter abgehängt worden sind. Mit allen notwendigen Ausrüstungen wird jeweils eine Masse von um die 500 Kilogramm verfahren.Damit die Fahrruhe stimmt, müssen sowohl die Linearschienen als auch die Stahlträger, an denen die Achsen befestigt sind, extrem steif sein. Vom Teleprompter, allen notwendigen Leitungen und Schläuchen bis hin zur Sicherheitstechnik: Pro Meter lastet ein Füllgewicht von mindestens 30 Kilogramm auf der Kette.Der gefürchtete Polygoneffekt beim Abrollen tritt zu keinem Zeitpunkt auf.

Bei den beiden kürzeren Verfahrwegen handelt es sich um freitragende Anwendungen.

Extrem leise Energiezuführungen für Kameraroboter Im ARD Tagesschau-Studio werden Kameraflüge in sehr sanften Bewegungen von drei Kamerarobotern realisiert, die unter der Decke installiert sind.

Damit hier die Energie- und Datenversorgung möglichst leise und sicher geführt wird, kommen besonders vibrationsarme Energieketten von igus® zum Einsatz.

Einflussfaktoren wie Schmutz, Witterung, Kälte oder Stöße und Schläge werden getestet.

Bevor die Tagesschau mit ihrem neuen Erscheinungsbild 2014 on air gehen konnte, arbeiteten Spezialisten an einem weltweit einzigartigen Sicherheitskonzept. Acht Uhr abends in deutschen Wohnzimmern: der Fernseher ist eingeschaltet, man wartet auf den gewohnten Vorspann der Tagesschau. April 2014 und seither an jedem Abend sieht alles anders aus.

Anstelle der Titeleinblendung und der bislang üblichen Standardeinstellung, dem Oberkörper des Nachrichtensprechers hinter seinem Pult, blicken die ARD-Zuschauer nun mit dem 20-Uhr-Gong aus der Vogelperspektive auf das gesamte Studio, der Nachrichtensprecher erscheint winzig hinter einem der zwei Moderationstische.